Regionalpark Rhein-Main Rundroute mit Cross-Skates

von Frank Röder am 9. April 2017

Hier, der mit Spannung erwartete, Bericht von der Cross-Skating-Tour auf der Regionalpark Rhein-Main Rundroute. Gerald hat zwar am Ende ein wenig abgekürzt, dafür die Route aber in zwei, statt in drei Tagen, gefahren. Ich konnte ihm auf der zweiten Etappe über rund gut zwei Stunden Fahrzeit und bei einer Pause im Biergarten Gesellschaft leisten und muss dazu anmerken: Das sind typische Cross-Skating Wege, anspruchsvoll, landschaftlich reizvoll, fast die Hälfte ist off-road – Respekt vor dem hohen Schnitt auf dieser Ultra-Langstrecke!

An drei Tagen in Folge wollte ich die Regionalparkrundroute (lila im ersten Bild – Quelle Radroutenplaner Hessen) mit einer Streckenlänge von 193,7 Kilometern unter die Rollen nehmen. Mit meiner Vermutung dass man ca. 12 bis 15 Stunden Gesamtfahrtzeit einplanen müsse lag ich wohl auf der etwas zu optimistischen Seite, was daher rührte, dass ich „nur“ den nördlichen Teil der Route kannte. Ich habe für die beiden Teilstücke 6:52 Stunden an Tag 1 und 8:22 Stunden an Tag 2 benötigt.

Geübte Cross-Skater welche die Strecke kennen, sind da sicher schneller, aber für eine „Ersterkundung“ bin ich sehr zufrieden. Nach meinem ursprünglichen Plan wollte ich an Tag 1 von Steinbach bis Offenbach ca. 70 km rollern, geworden sind es 86 Kilometer bis zum Keltengrab nach Rödermark, dort bin ich weiter zum Bahnhof nach Urberach gefahren von dort aus ging es nach Hause mit dem Zug

Tag 2 – Urberach bis Frankfurt, mit Abkürzung über den Mainradweg 100 Kilometer, die beiden Abschnitte (Tag 1, Länge 86 km mit 591 Höhenmetern; Tag 2, Länge 100 km mit 386 Höhenmetern)

Die ganze Strecke zu beschreiben wäre zu langwierig und auch zu langweilig daher kommen nur meine persönlichen Highlights. Von Frankfurt an sind die Abschnitte bis Okarben ganz hervorragend ausgeschildert, und von der Oberflächenbeschaffenheit ohne weiteres zu fahren. Einzig ein kurzes Stück vor Petterweil ca. 1,5 km fordert cross-technisch und auf 6-Zöllern einiges an Beherrschung. Auch sollte man für die Gesamtstrecke eine ordentliche Technik fahren können da zwischendrin immer wieder Feldweg bzw. Waldwege einen engen Beischluss erforderlich machen.

Ansonsten an der ein oder anderen Stelle abschnallen und gehen. In Okarben bei km-27 tanke ich an einer Tankstelle (Shell) auf – und zwar 2 Liter
dünne Apfelschorle. Kurz darauf ist die Bahn über eine Brücke zu queren, hier beherrscht man entweder sein Sportgeräte und kann auch Treppen fahren, oder es gilt abzuschnallen und zu laufen.

Ach ja zum Thema Beschilderung, grundsätzlich gibt es zwei bzw. drei Arten von Schildern die die Rundroute kennzeichnen 1. Rotes Viereck unter den
Fahrradwegweisern (siehe unten) 2. Weißes Schild mit Richtungsdreieck rotes Regionalpark Logo (Viereck) (siehe rechts).

Und manchmal auch nur ein Richtungsdreieck auf Posten oder wenn kein Platz vorhanden ist. Das hält beim ersten Mal auf da man häufig anhalten muss um sich zu orientieren. Aber weiter zur Strecke von Okarben geht es die Nidda entlang nach Niederdorffelden und von dort auf die Hohe Straße – ein atemberaubender Blick in die Landschaft der Wetterau, des Maintals und auf die Stadt Frankfurt lässt einen innehalten und kurz verschnaufen.

Die nächsten Kilometer geht es an Windrädern vorbei um dann auf den Weg ins Maintal abzubiegen, die Gefällstrecke hat es in sich, denn der Asphalt ist an einigen Stellen schon sehr rau und wie immer liegt der Schotter und Sand in den Kurven. In Wachenbuchen muss man einige hundert Meter auf der Hauptstraße entlang bevor einen am Ortsausgang der Radweg wieder empfängt.

Bis nach Wilhelmsbad mit seinen historischen Kur- und Parkanlagen sind es nur wenige Minuten, wenn man Zeit hat ist es auch hier toll (entsprechend gutes Wetter vorausgesetzt).

Weiter geht es durch Hanau Wilhelmsbad, hier ist ein schmaler Radweg bis zum Mainufer zwar weiters keine Herausforderung, aber wenn zugeparkt muss man schon den Schulterblick beherrschen ohne gleich Schlenker zu fahren.

Die nächsten Kilometer geht Main abwärts bis Maintal-Dörnigheim wo mit der Fähre der Main zu Queren ist – der Tarif 30 Cents, alternativ kann man auch 2,5 km vorher an der Staustufe die Brücke nehmen, allerdings heißt es hier abschnallen oder Treppe mit Skates steigen.

Dann kurz vor Rumpenheim gibt es eine Stelle wo man zweimal quasi Serpentinen fahren muss, hier heißt es aufpassen sonst ist es aus mit der Rundroute. Ab jetzt fährt man mitten durch Offenbach auch wenn es grün ist. In Offenbach teil man sich die Straße für ein kurzes Stück mit dem Straßenverkehr um die Brücke über die Bahn am Offenbacher Ostbahnhof zu nehmen.

In Offenbach fehlen ab und an die Regionalpark Rundrouten Schilder, kleiner Tipp hier einfach der Grünring-Offenbach-Beschilderung folgen.

Super ist der Wetterpark in Offenbach, hier steht auch ein kleines Center, neben Infos Rund ums Wetter kann man auch Getränke kaufen und es hat große Luftpumpen, Kartenmaterial und auch sonst allerlei Nützliches.

Sieht auf dem Bild weniger spektakulär aus als es in Natura ist. Für mich war es jedenfalls super nützlich und informativ, außerdem konnte ich meinem Smartphone bei einer kurzen Rast die Batterieladung erhöhen.

Durch den Wald nach Heusenstamm auch hier gibt es eine tolle Schlossanlage mit Park, Achtung hier hat es Kanaldeckel ohne Ende.

Nach Heusenstamm im Wald gibt es das Hofgut Patershausen mit Biergarten und danach die 7 Kilometer die mich doch zum Schluss des ersten Tages erheblich gefordert haben. Die Wege um Dietzenbach im Wald sind frisch geschottert und meist ist nur ein schmaler Streifen befahrbar, das Ende dieser Anstrengung liegt Bergauf mit schmalem lose geschottertem Pfad kurz danach Asphalt und dann das Keltengrab.

Das kurze Stück hat mir so den Rest gegeben, dass ich in Rödermark-Urberach nach 86,1 km und 6:12 Stunden Fahrzeit die Bahn nach Hause nehme – mit 4,80 Euro ist man dabei zurück nach Frankfurt dauert die Fahrt knappe 40 Minuten.

Am Tag 2 starte ich dann wieder von Urberach aus. Spannend für mich ist wo ich Frank treffen werde, der mir auf der Route entgegenkommen will um dann ein Stück gemeinsam zu rollern. Wir haben uns fest verabredet ohne genauen Treffpunkt. Ich habe geschätzt dass es wohl am oder um den Flughafen Egelsbach sein wird, es kommt anders aber dazu später.

Das erste Wegstück geht an der Bahnstrecke entlang in die Richtung aus der ich gerade eben erst gekommen bin, nett und eben aber schön zum einrollern. Offental, Dreieich und Langen. In Langen gibt es einen netten Anstieg mit dem ich so nicht gerechnet hatte, knackig. Danach geht durch den Wald, der Weg wird sukzessive schlechter und ich denke schon, dass ich falsch gefahren bin, aber das Schild gibt mir die Sicherheit zurück dass ich weiter auf der richtigen Spur unterwegs bin.

Hier quert man die Autobahn 661 und das sind quasi eine Serpentine rauf auf die Brücke und dann auf der anderen Seite auch wieder runter, anbei ein Bild zur Verdeutlichung

Asphaltautobahn und hui es rennt nach dem Waldstück von weitem sehe ich das Schild welches die Rundroute nach links anzeigt und eine Vertraute Gestalt die von mir wegfährt, ich rufe Frank und Glück gehabt dass wir uns hier getroffen haben.

 

Alles fein, die nächsten Kilometer geht es durch die Wälder und dazwischen durch das Industriegebiet Mörfelden, die nächste Zeit begleitet uns der Sound startender Flugzeug von Startbahn West, es gibt auch Menschen die Lärm dazu sagen.

Im Mönchbruch hat es direkt gegenüber vom Jagdschloss Mönchbruch einen Biergarten, hier machen wir kurz Rast und trinken was. Danach geht es über Nauheim nach Trebur wo sich Franks und mein Weg wieder trennen. Die 25 Kilometer zusammen hat mir Spaß gemacht, treffe ich sonst auf meinen Touren nur selten auf Gelichgesinnte Cross-Skater. Und wie es der Zufall will hat sich Peter (Skatergott) aka Peter-Skater telefonisch bei mir gemeldet um sich nach meiner geplanten Regionalpark Tour zu erkundigen, Frank der neben mir steht lächelt nur verschmitzt als ich Peter mitteile, dass wir mittendrin sind. Eventuell rolle ich den Teil 1 am Karfreitag zusammen mit Peter und Daniel nochmal.

Nachdem mich Frank verlassen hat frischt der Wind auf, oder es ist mir vorher nur nicht so aufgefallen und die 14 km bis zur Mainspitze weht mir der Wind kräftig von vorne entgegen. Achtung vor Trebur gibt es einen Abzweig der auf der Karte wie eine Abkürzung aussieht, es handelt sich hierbei um eine sandige Wegstrecke die mit 6-Zöllern nicht zu machen ist – ca. 2 km Fußweg oder ein paar Meter mehr über Trebur – die Abkürzung sind zwar 1 Kilometer aber der Fußweg kostet ungleich mehr.

Ansonsten hat man ein Stück Weg bei Bauschheim frisch geschottert was ordentlich in die Arme geht, aber hey der Sport heißt cross-skaten.

In Gustavsburg quere ich den Main und habe knapp 63 Kilometer auf der Uhr. Mit Pausen bin ich knapp 6 Stunden unterwegs, hier entscheide ich mich dann spontan zurück nach Frankfurt durchzurollern, allerdings will ich mir das Leben leichter machen und auf dem Main-Radweg die kürzere weil direktere Route wählen. Statt den 51 Kilometern und 200 zusätzlichen Höhenmetern auf der Regionalpark Rundroute sind es nur 38 Kilometer auf der Abkürzung, außerdem werde ich das nur schaffen wenn ich mal ein bisschen draufdrücke, im Frühjahr ist es nicht so lange hell. Ich halte mal so richtig rein und brauche für die letzten Kilometer 2:15 Stunden allerdings laufe ich die letzten Kilometer auch auf dem Zahnfleisch und bin total fertig als ich zu Hause ankomme – Gesamtstrecke 100,8 Kilometer und 7:26 Stunden am Rollern. Was eine geile Tour.

 

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