Willkommen im Cross-Skating MAGAZIN

Frank Röder

Cross-Skating.de ist das deutschsprachige Online-Magazin der Cross-Skating Szene. Über alles Wissenswerte rund um den Cross-Skating Sport, um Cross-Skates, um sinnvolles Zubehör und alles, was den Sport sonst noch schöner macht, soll hier in diesem Magazin informiert werden. Bereits seit 2005 lege ich mit meinen Aktivitäten größten Wert auf die Nähe zum Cross-Skating Sportler, fachliche Kompetenz, Offenheit und Aktualität. Falls euch das CROSS-SKATING MAGAZIN gefällt, freue ich mich, wenn ihr es weiterempfehlt.

Euer Frank Röder

Interview von Alena Bena, anlässlich der Umstrukturierung der Szene zur Cross-Skating Szene 2.0.

A.B.: Hallo Frank, um gleich zum Thema zu kommen, die Cross-Skating Szene 2.0 wird schon seit Jahren gefordert. Ist sie schon am Entstehen?

F.R.: Hallo Alena, gefordert wird sie schon seit etwas mehr als 7 Jahren, aber mit sehr konkreten Inhalten wird der Aufbau der neuen Szene erst seit gut einem Jahr angegangen.

A.B.: Haben die Cross-Skater Conventions dazu beigetragen oder waren sie der Anlass dazu?

F.R.: Beigetragen ja, denn dort wurden gute Ideen noch konkreter formuliert, aber die Anlässe liegen viel länger zurück. 2009 waren schon einige Entwicklungen spürbar die eine Verkrampfung zum Kommerziellen hin erkennbar machten. Einige die das Wort Cross-Skating oder auch Moderner Biathlon auch nur in den Mund nahmen, wollten an der noch winzigen Szene richtig viel Geld verdienen, koste es, was es wolle, aber an wenigen Menschen kann man unmöglich viel Geld verdienen. Einige Aktive, auch ich, haben das versucht zu entkrampfen, aber das Geldverdienen schien trotzdem immer mehr im Vordergrund zu rücken und der Sport an sich rückte mehr in den Hintergrund. Mit den Leuten, die in diese Richtung arbeiteten, war es noch nicht einmal möglich mit der Zielrichtung, den Sport zu „retten“ ein Gespräch zu führen. Der Sport sollte allein ihnen gehören, ihr Monopol werden oder was auch immer und das, obwohl sie oft später als andere in der Szene aufgetaucht sind, zumindest was ein spürbar sportliches Engagement betrifft. Diese lautstarken Vertreter haben aber praktisch keine fachlich relevanten Spuren in der Szene hinterlassen und die bei ihnen beliebten, teils gefakteten Forumsbeträge, zu bestimmten Themen, kann man ja kaum als Quelle für Fachrecherchen bezeichnen. Trotzdem berufen sich manche auf solche lächerlichen „Quellen“.

A.B.: Ja, nicht alles was irgendwo geschrieben steht, ist eine seriöse Quelle. Aber das mit dem „Kommerziellen“ klingt zwiespältig, wenn das ein Profi der Szene sagt.

F.R.: Das gebe ich zu, denn auch ich will und muss auch Geld damit verdienen, allerdings hatte ich nie ein „Bombengeschäft“ mit Cross-Skates Kopf, aber dieser geschäftliche kinderleichte Mega-Erfolg wurde wohl zu vielen eingeredet und wird es auch noch heute und so haben sich zu viele ins Geschäft gestürzt, die zu viel erwartet haben und oft viel zu schlecht qualifiziert waren. Ab etwa 2009/2010 haben sich viele „Geschäftsleute“ in der Szene kannibalisiert und versucht Gewinne herauszuholen wo es nur ging. Das ist natürlich auch ein Nebeneffekt von der schneeballsystem-ähnlichen Vertriebsstruktur einiger Hersteller und auch weil ein Hersteller, der zunächst ein Händlernetz aufgebaut hatte, damals in den Direktvertrieb einstieg und dadurch in Kokurenz zu seinen eigenen Händlern trat. Das war die erste Welle des Händlersterbens, sofern man jemanden, der fünf Paar Skates im Jahr verkauft, schon als Händler bezeichnen kann.

A.B.: Und hat das mit dem Geld verdienen mit Cross-Skates überhaupt funktioniert?

F.R.: Wenn das für alle Händler sagen müsste, dann weiß ich es zwar nicht genau, aber ich denke im Durchschnitt eher nicht. Es konnten sich fast nur die über mehrerer Jahre halten, die auch ohne Gewinne weitermachten und natürlich, die die selbst nur wenig Zeit in ihr Geschäft investiert haben. Die nenne ich nur Kistenschieber, weil sie die Waren oft ungeöffnet weiter versenden oder aus Prinzip erst beim Lieferanten ordern, wenn Kunden bestellt haben. Da fehlt jede Indentifikation und eigene Erfahrung mit dem Sport, auch wenn diverse Internettauftritte das anders verkaufen sollen. Und dann tauchten auch immer wieder Personen, und Firmen auf, die sich zum Cross-Skating Geschäft einen lukrativen Nebenerwerb durch Abmahn-Geschäfte erhofft haben. Auch aktuell ist diese Gelddruckmaschine noch am Laufen, aber es schaden sich die unangemessenen Abmahner vor allem selbst, weil deren Namen und die Namen ihrer Anwälte in der Szene schnell bekannt werden.

A.B.: Unangemessene Abmahner? Was wären deiner Ansicht nach angemessene Abmahnungen?

F.R.: Betrug oder Diebstahl im weiteren Sinne. Also falsche Aussagen oder der Klau von Texten und Bildern, was ja mit einem banalen Ladendiebstahl sehr nahe kommt. Es wurden schon Cross-Skating-Bilder von professionellen und semi-professionellen Fotografen geklaut oder Texte die dann in Bücher oder auf Websites – oft gar nicht so unbekannter Seitenbetreiber – „wiederverwendet“ wurden. Auch E-Books wurden unerlaubt weitergegeben. Wulffen ist also immer noch voll im Trend.

A.B.: Wer ist an dem Wandel der Szene noch mitbeteiligt?

F.R.: Ich habe gerade keine Möglichkeit die Aktiven zu fragen, ob ich ihre Namen nennen darf, aber die Leser des Magazins haben hier schon Beiträge lesen können, die von diesen Beteiligten geschrieben wurden und auch im Cross-Skating Forum sind einige sehr konstruktiv engagiert, leider immer noch zu wenige, nach meinem Geschmack, aber auch auf den Conventions und davor auf den jährlichen Entwicklungstreffen kam sehr konstruktiver und qualifizierter Input direkt von der Basis. Ich kann aber sagen, wer nicht beteiligt ist. Seit 2007 lade ich zum den so genanten Entwicklertreffen ein, die den Sport voran bringen sollen. Wer dort nicht beteiligt war, war dann dann eindeutig nicht daran beteiligt, ist doch logisch. Es gab zum Beispiel konkrete Einladungen zur Mitarbeit an Regelwerken, die natürlich notwendig sind, sobald eine Sportart einen Namen hat und als Sportart wahrgenommen werden will. Wer das ausgeschlagen hat, war nicht beteiligt. Dann gab es noch die Kopierer und Nachahmer, sie haben gut eingeführte Begriffe genommen und angefangen sie als quasi ihre Erfindung zu vermarkten. Wir kennen ja alle die Begriffe Cross-Skating oder auch Moderner Biathlon, als eindeutig definierte Sportarten. An Begriffen soll niemand verdienen, aber wenn ausgerechnet die Mitmach-Verweigerer, Ignoranten und Nachahmer sich plötzlich die Aufbauarbeit anderer aneignen, ist das nicht legitim.
Und es gabe im Bereich Handel einige Irrwege, oft Vermarktungs-Strategien, die aber von der Szene nicht richtig angenommen wurden. Szene sind hier nicht die Erstkäufer, die Cross-Skates kaufen und schnell enttäuscht wieder stehen lassen, sondern erfahrene Cross-Skater von denen die Produkthersteller eigentlich lernen sollten, weil sie die Anforderung an die Cross-Skates genau kennen. Diese erfahrenen Praktiker wurden sogar von den Kopf gestoßen, weil sie ihren Ruf für platte Produkt-Platzierung oder Werbung für Neuprodukte hergeben sollten, aber ihre sinnvollen Vorschläge wurden oft sträflich ignoriert. Leider hat sich der von Produktherstellern geäußerte Wunsch nach „Verbesserung der Situation“ bei mir in der Praxis in einigen Fällen nur als Höflichkeitsfloskel gezeigt, weil kein praktischen Veränderung folgten. Nur weil Mama oder Papa wünschen, dass sich die Kinder vertragen, klappt das noch lange nicht, besonders wenn einzelne davon schon erheblich weiter gereift zu sein scheinen, als diejenigen, die ständig Wünsche und Forderungen als sie stellen. Und gerade die finaziell Fordernden wollen oft, völlig kompromisslos, alles oder nichts.
Damit ist wohl auch gesagt, wer alles keinen Anteil am konstruktiven Wandel hatte oder aktuell hat und sogar Bremswirkungen in der Szene verursacht.

A.B.: Genügen Ideen allein nicht? Was muss sich praktisch in der Szene ändern?

F.R.: Nein, nur Ideen werden von allein nicht aktiv, Menschen müssen sie umsetzen. Ich habe eben von den enttäuschten Ersteinkäufern gesprochen. Man kann nicht jeden für eine Sportart völlig oder langfrsitig begeistern, aber wir reden hier von einer Wiederausstiegsquote von immerhin rund 98 %! Und das, nachdem die Käufer oft mehr als 500 Euro in die Ausrüstung gesteckt haben, es kann also kein allzu kleiner Schritt gewesen sein, den die Käufer mit einer gewissen Überzeugung getan haben müssen. Und dann sieht es in der Praxis aus, wie bei einem miesen Bauchweg-Trainer aus dem Tele-Shop oder einem trendigen Fitness-Kurs im Studio. Für solche Strohfeuer ist der Cross-Skating-Sport zu seriös und sind die Bemühungen der engegierten Aktiven der Szene zu groß. Und der Sport selbst gibt ja auch zu viel her, um ihn schnell wieder zu vergessen.

A.B: Und was wäre konkret zu tun?

F.R.: In Köpfe kann man nicht hineinschauen und der Trend zur medialen „Zerstreuung“ der Konsumenten findet ja auf der ganzen Breite statt. Das bedeutet wohl, dass viele nicht mehr wissen was sie eigentlich wollten, weil sie zu sehr abgelenkt werden und dann ihr sportliches Vorhaben aus den Augen verlieren.

A.B.: Man müsste die Cross-Skater also von Anfang an besser motivieren und immer wieder ans Weitermachen erinnern?

F.R.: Ja, genau! Aber nicht nur die Anfänger, auch die Fortgeschrittenen und sogar die Könner. Das erfordert auf jedem Niveau eine gute Qualifikation derer, die das tun sollen.

A.B.: Das läuft wieder auf die Minderqualifikation der so genannten Trainer hinaus.

F.R.: Ja, leider immer wieder. Aber auch der Handel und die Produkthersteller sind gefordert noch hochwertigere Produkte herzustellen. Hochwertiger muss nicht teuer bedeuten. Wenn ausgereifte Produkte gut im Markt ankommen, ermöglichen größere Stückzahlen auch günstigere Verkaufspreise. Ich habe ja schon seit 2006 auch immer wieder sehr konkrete Verbesserungsvorschläge an Cross-Skate Hersteller weitergegeben. Ich denke nicht, dass davon auch nur 20 % davon umgesetzt wurden. Da ist also noch sehr viel Luft nach oben, wenn es darum geht bessere Cross-Skates zu bauen. Leider werden seit mehr als zehn Jahren einige Fehler bei der Konstruktion immer wieder begangen und zwar bei allen Hersteller. Und ich bin immer wieder überrascht, wie kreativ mancher Hersteller im Ausdenken neuer Fehlentwicklungen ist. Aber seit etwa zwei Jahren rede ich mir nicht mehr den Mund fusselig und behalte das für mich.

A.B.: Für einen eigenen perfekten Cross-Skate?

F.R.: Ob es ein eigener wird, ist noch unklar, aber es gibt aufgeschlossene Hersteller die bessere Modelle produzieren würden, aber als perfekt würde ich die dann auch noch nicht bezeichnen.

A.B.: Und welche Ideen sollten noch in der Szene 2.0 umgesetzt werden?

F.R.: Um nur drei ganz wichtige zu nennen, die Ausbildungen müssen besser werden. Das geht nicht über die „Stückzahl“, denn zehn Trainer können kompetenter sein als tausend. Die Ausbildung sollte auch denzentrailisiert werden. An dem Konzept arbeite ich gerade, es bietet die Möglichkeit kompetente Leute auf der ganzen Welt einzubinden, da muss man nicht sagen, „kommt zu uns angereist, nur hier könnt ihr die Leute treffen, die euch weiterhelfen“. Der Sport findet noch sehr weit zerstreut auf der ganzen Welt satt, also muss man sich darauf einstellen, bis regionale Ausbildungszentren mit einer bestimmten Mindestgröße entstehen können.
Der zweite Punkt ist die „Gesundschrunpfung“ des Handels. Es gibt zu viele Händler, auch zu viele schlechte, wie wir wissen. Die Szene blutet zur Zeit ohnehin schon aus, das klingt negativ, ist es aber nicht. Wer das überlebt, hat die Chance wieder besser durchzustarten und dann eine seriösere Basis für die Szene 2.0 zu bieten. Ob das überhaut jemand wirtschaftlich überlebt ist noch völlig unklar. Ebenso, ob eine Gesundschrumpfung überhaupt noch etwas nützt oder ob sich der kommerzielle Teil der Szene nicht völlig auflöst. Und der dritte Punkt ist die Lokalisierung der Veranstaltungen, jedes Dorf sollte seinen Cross-Skater-Treff haben, jede Stadt sein Cross-Skating Rennen oder seinen eigenen Modernen Biathlon. Das erfordert ehrenamtliches Engagement, denn man kann nicht erwarten, bei 25 Teilnehmern einen Reinverdienst von tausend Euro oder mehr mit nach Hause zu nehmen, da muss man mit null Euro und einer Menge Arbeit zufrieden sein, damit vor der eigenen Haustür die Szene wächst, die einen dann als Gegenleistung zum Sport motiviert. Es ist doch weder sinnvoll noch umweltfreundlich für einen kaum einstündigen Wettkampf mehr als eine oder zwei Stunden Anfahrt im Kraftfahrzeug zu verschwenden. Und selbst für einen Marathon sollte man am Ende nicht länger Auto fahren als man sich dann auf den Cross-Skates sportlich betätigt. Da helfen nur kleine, feine und sauber organisierte Veranstaltungen ohne kommerzielle Interessen. Da ist von vorn herein klar, dass sie sich finanziell nicht „lohnen“ müssen.

A.B.: Das erwähnte Gesundschrumpfen findet aber auch in deinem eigenen Laden statt.

F.R.: Ja, das ist nur konsequent. Der Sport würde sonst, wie eine der vielen „Blasen“, platzen. Man kann nicht in zu erwartende Umsatzsteigerungen investieren, wenn der Sport seit fünf Jahren in der Größenordnung von zweistelligen Prozentzahlen schrumpft. Da muss man auch als Händler alles unwesentliche reduzieren und das am Leben erhalten, was für den Sport essenziell ist. Für die Qualität kann das nur gut sein. Meine Kunden werden kurzfristig keine Einbußen spüren, aber langfristig von der Klärung des Marktes profitieren. Es war nicht die Breite des Angebotes, die den Sport weiterentwickelt hat, sondern wenige, oft kleine und geniale Ideen. An der Umsetzung hat es oft gehapert. Wenn man wieder die besten Ideen in wenige besser funktionierende Produkte umsetzt, wird es wieder voran gehen.

A.B.: Gibt es ein Cross-Skating Blase und wenn ja, welche Konsequnzen hat das für die Cross-Skate Hersteller?

F.R.: Es sieht wohl ganz danch aus und die nahliegendste Folgen wären Umsatzrückgänge. Je mehr man etwas Kleines über seine richtige Größe hinaus aufbläht, desto lauter ist später der Knall. Da hilft nur Druck ablassen, eine andere Vorgehensweise und danach, wenn überhaupt, sehr sehr vorsichtig wieder aufpumpen. 2016 konnte man den Umsatzeinbruch noch in der Öffentlichkeit sauber verschweigen, in diesem Jahr haben viel Händler aufgegeben. 2017 dann nochmal einige, so dass das in den Absatzzahlen ganz sicher deutlich spürbar wurde. Daran ändern aber weder neue Modelle noch Modelle in neuen Farben etwas, wenn die Basis der kompetenten Leute aufgegeben hat, findet man wieder nur schlechte qualifizierte Verkäufer und die Blase beginnt vor vorn. Ob man schon 2018 oder erst viel später eine Wende einleiten kan, ist schwer zu sagen. Es hängt sicher auch davon ab wie viele qualifizierte Aktive die Krise überstehen. Unqualifizierte findet man immer, da müssten sich die Hersteller selbst verpflichten ihre Verkäufer besser auszuwählen und dann nicht nur auf den Papier „strenge“ Qualifikationsbedinguneng vorzeigen. Und dann ist und bleibt die Qualität der Ausbildung immer noch einer der wichtigten Faktoren für die Langzeitmotivation der Kunden. Aber wer nur schnell Waren verkaufen will, interessiert sich dafür gar nicht nicht.

A.B.: Wird noch mehr Schulungsmaterial veröffentlicht werden?

F.R.: Ja, das ist auch noch ein sehr wichtiger Punkt. Nachdem der kleine Teilaspekt „Moderner Biathlon“ innerhalb der Cross-Skating Sport fachlich schon abgegrast ist…

A.B.: Was heißt abgegrast?

F.R.: Inhaltlich sind die Unterschiede zum Wintersport klar aufgezeigt worden und didaktisch und methodisch ist vorerst alles veröffentlicht worden was relevant ist. Zumindest für das aktuelle Niveau, aber es ist kaum anzunehmen, dass der Moderne Biathlon in absehbarer Zeit ein Profi-Sport wird, der eine wesentlich professionellere Didaktik und Trainingslehre erforderlich macht. Aber dieses „Abgrasen“ war nur eine Beispiel, dass man ein Thema systematisch abarbeiten kann und dann als „ausreichend erledigt“, zunächst zu Seite legen kann. Der Cross-Skating Sport gibt ja inhaltlich locker das Zwanzigfache her wie der Moderne Biathlon und ist auch zwanzigmal besser als Breitensport geeignet. Damit meine ich, dass man sicher zwanzigmal mehr Leute dafür begeistern kann als für den Modernen Biathlon, den ich ist anspruchsvolle „sportliche Spielerei“ anerkenne, schätze und respektiere, sonst hätte ich kein Buch darüber geschrieben, aber natürlich auch nicht überbewerten möchte.

A.B.: Wie sollen die Schulungen künftig aussehen?

F.R.: Vor allem erheblich qualifizierter, also über hochwertigere Schulungen. Aber auch bessere Verbraucheraufklärung dürfte genau die bessere Qualität in der Szene durchsetzen die der Sport verdient. Cross-Skating übertrifft Wintersportarten oder das Inlineskateing in der Breite seiner Anwendung erheblich. Der ständige Blick auf diese Sportarten, wertet die Möglichkeiten des Cross-Skatings eigentlich ab, weil der Sport ja völlig eigentständig ist. Cross-Skating sollte deswegen nur spezifisch ausgebildet werden, schon in der Grundausbildung. Die Basisschulung kann dann künftig zentral über andere Medien vermittelt werden, aber idealerweise mittelfristig über Ausbilder mit besseren Fähigkeiten als derzeit. Aber für genauere Details sollten sich alle Interessenten mit mir in Verbindung setzen, wir erarbeiten das im offenen Arbeitskreis. Ich kann natürlich denen, die schon geäußert haben „wir versuchen euch zu imitieren“ (es wurde wirklich imitieren gesagt) hier auch keine Vorlage für ihre nächste Kursbeschreibung liefern, mit denen sie dann ihre Angebote bewerben. Das Ganze wird auch ziemlich komplex werden, muss es auch, weil der Sport komplex ist. Aber es wird dezentral verfügbares Videomaterial geben und systematisch aufbauende Ausbildungs-Literatur. Das darf ich verraten, weil man ja richtig arbeiten muss, um so etwa fertigzustellen, das wäre dann mit dem Abschreiben von ein paar Absätzen und Begriffen noch lnage nicht getan. Da kann man uns also nicht mehr imitieren! Hier ist auch wieder das Beispiel Moderner Biathlon sehr anschaulich, weil dort doch jede/r die/der die nötige Fachkompetenz besitzt, darüber ebenfalls ein Buch hätte schreiben können. Der Markt würde dann entscheiden, ob es floppt. Die Szene fordert aber zunehmend Qualität. Die Fachausbildungen werden deswegen auch endlich erheblich mehr in die Tiefe gehen müssen.

A.B.: So versuche ich auch meinen Sportunterricht zu verstehen, aber das erfordert deutliche höheren Einsatz von Sportlehrer oder Trainer und scheitert manchmal daran, dass Oberflächlichkeit im Unterricht, von allen Beteiligten, oft auch ganz gern angenommen wird.

F.R.: Ja, aber das ist doch die Herausforderung. Sollen die Vorturner egal , ob Trainer, Händler oder Produkthersteller, sich doch auch mal ein bisschen anstrengen. Oft genügt es schon den Sport selbst ernsthaft zu betreiben, ich meine in Echt und nicht nur auf Bildern oder in Foren.

A.B.: Ein guter Schluss-Satz, den ich nur voll unterstützen kann. Danke für das Interview.

F.R.: Ich habe zu danken.

Das Interview wurde aus einer Tonaufzeichnung im Mai 2017 zusammengefasst.
Der erwähnte Cross-Skate-Shop eröffnet am 1. August 2017 in „gesundgeschrumpfter“ Form an neuer Adresse.

Skaten – Grillen – und Chillen!

von Frank Röder am 16. Juli 2017

Hier ein Gastbeitrag von Peter Skater, einem sehr engagierten Gastautor aus der Nähe von Frankfurt am Main. Der Artikel „10 Tage Cross-Skating“ hatte ihn inspiriert. Weil er ein paar Tage frei hatte, hat er daraus seine eigene Version unter dem Motto „Skaten, Grillen und Chillen“ gemacht.

Das Grundprinzip war denkbar einfach. Am Vormittag Skaten (zwischen 13 und 40 km), dann Familienzeit, zu der auch lecker Essen („Grillen“) gehört und den Rest des Tages gepflegt Chillen. Insgesamt wurden es 11 Tage, an denen ich nacheinander geskatet bin und dabei ca. 297 km zurückgelegt habe.

Als „körperliche Konsequenz“ stelle ich im Nachhinein fest, dass ich den Gürtel nun ein Loch enger schnallen kann (nicht muss!). Und das obwohl es zwischendurch durchaus auch mal ein leckeres Stück (Schwarzwälder Kirsch-)Torte gab.

Hatte ich einen Trainingsplan?
Jein… Der Spaßfaktor stand im Vordergrund. Es hat Spaß gemacht manches auszuprobieren, das im o. g. Artikel beschrieben wurde. Bspw. minutenweise abwechselnd nur Doppelstockschub, Beinarbeit und entspanntes Skaten. Oder schnelle und langsame Einheiten im kurzen Wechsel. Solche Runden habe ich auf 20 km maximal 30 km angesetzt. Am nächsten Tag habe ich dann gerne wieder eine langsamere Ausdauereinheit absolviert.

Welches Material habe ich verwendet?
Bisher war ich mit den SRB XRS 03 unterwegs. Aber ich nutzte die Gelegenheit und habe mir aufgrund der aktuellen Sonderangebote im Cross-Skate Shop noch ein paar SRB XRS 02 zugelegt. Nun habe ich selbst die Erfahrung machen können, was bereits anderweitig beschrieben wurde. Der 02er ist spurstabiler und der 03er ist wendiger. Die neuen Skates habe ich auch gleich mit dem leichteren Klett versehen.

Gab es Pannen?
Beim Skaten nicht, aber mir ist beim Grillen mal was angebrannt…

Habe ich Technikübungen gemacht?
Ja, vor der Fahrt habe ich hauptsächlich Gleichgewichtsübungen gemacht und während der Fahrt gerne auf Timing und Gewichtsverlagerung geachtet. Ziel war es, dass sich der Stil rhythmisch und rund anfühlt. Dann erst habe ich den Krafteinsatz gesteigert. Am Ende einer 30 km oder 40 km Runde war zugegebener Maßen nur noch wenig Rhythmus übrig…

Wie bereitet man sich auf solches Vorhaben vor?
Eine gewisse Fahrstabilität ist Voraussetzung. Wenn man es sich vornimmt, finde ich es wichtig jeden Tag die Skates an den Füßen zu haben. Mal eine kürzere, mal eine längere Runde. Ich betone, dass ich das Vorhaben eher „spaßgetrieben“ angegangen bin. Dennoch gehe ich davon aus, dass die Einheiten mich auch sportlich weiter gebracht haben.

Mein Fazit: Mit fast jedem weiteren Kilometer ist mir bewusst geworden, wie viel noch geübt werden könnte und dass durch die Variation von Stil, Strecke und Skate sich weiter sehr interessante Möglichkeiten bieten, Trainingsreize zu setzen.

Gruß,
Peter Skater

Geht raus und skatet!

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