Willkommen im Cross-Skating MAGAZIN

Frank Röder

Cross-Skating.de ist das deutschsprachige Online-Magazin der Cross-Skating Szene. Über alles Wissenswerte rund um den Cross-Skating Sport, um Cross-Skates, um sinnvolles Zubehör und alles, was den Sport sonst noch schöner macht, soll hier in diesem Magazin informiert werden. Bereits seit 2005 lege ich mit meinen Aktivitäten größten Wert auf die Nähe zum Cross-Skating Sportler, fachliche Kompetenz, Offenheit und Aktualität. Falls euch das CROSS-SKATING MAGAZIN gefällt, freue ich mich, wenn ihr es weiterempfehlt.

Euer Frank Röder

Aktionen für den Cross-Skating Sport

von hgm am 26. August 2016

Angeregt durch die Einladung zur Cross-Skater Convention die im Oktober 2016 in Südhessen stattfinden soll, aber auch durch eine etwas frustrierende private Recherche in den letzten Monaten, möchte ich die Cross-Skating Szene dringend zu Aktionen wie “Wir sind Cross-Skating”oder der “Cross-Skater Con” aufrufen. Was detailliert in den Aktionen getan werden kann und soll, wird sicher dirkt in den Aktionen genauer besprochen werden. Ich glaube aber, die Ideen verstanden zu haben, wir müssen uns einfach noch verbindlicher mit dem Sport identifizieren und dies auch weiter verbreiten.

Dazu gehört, dass wir Aktiven selbst den Sport leben und ausüben uns nicht, womöglich von „Ahnungslosen“, vorschreiben lassen, was wir zu tun oder zu lassen haben. Das ist in der Vergangenheit zu oft das Fall gewesen und deswegen zieht das die Szene erheblich auf einen Level hinab, auf dem wir selbst als die ewigen Ahnungslosen und als die naiven Anfänger betrachtet werden, die erst von kurzem diese “Trend-Sporart” entdeckt haben, die ja in Wirklichkeit gar keine Trend-Sportart mehr ist. Aber wie soll man das wissen als Ahnungsloser? Auf die Ahnungslosen komme ich noch zurück.

Födernde und nachhaltige Aktionen braucht der Sport wirklich dringend, denn als ich mich schon vor einigen Jahren zunächst für den Sport nur interessiere, schien er gerade noch aufzublühen. Es schien mir sicher, wenn ich damit beginnen würde – später, wie so vieles, dass ich zu lange verschiebe – wäre dieser Sport schon jedem bekannt und ich sei dann nur noch einer von vielen, die diesen Sport betreiben. Um sein Wachstum machte ich mir damals gar keine Sorgen.

Als dann später, also vor nicht allzu langer Zeit, dann tatsächlich auch praktisch einstieg in das Cross-Skating, war der Sport so unbekannt wie eh und je oder schlimmer noch, er scheint sogar wieder an Popularität zu verlieren! In meiner unmittelbaren Umgebung, in Darmstadt, gab es vor etwa 5 bis 9 Jahren sogar einen Cross-Skating Treff, von dem inzwischen fast jede Spur fehlt. Um Gleichgesinnte zu treffen, fahre ich gelegentlich 15 Kilometer weit, leider zu oft motorisiert, damit ich mich nicht ganz so fühle, wie der letzte Mohikaner. Glücklich ist der, der niemanden braucht. Ich weiß nicht, wer das einmal gesagt hat, aber da ist beim Cross-Skating etwas dran. Ich selbst kann alleine cross-skaten und bin auch ganz zufrieden damit, aber ich will es nicht immer. Somit mache ich den Sport ohnehin, da ich kein Rudelmensch bin. Ich cross-skate auch weiter, wenn es keine Treffs, Touren, Wettkämpfe und Conventions gäbe, auch die beiden letztgenannten Ereignisse kann ich am meisten verzichten, aber wenn sie angeboten werden, ist der Sport doch erheblich interessaneer. Das Glück ganz allein trainieren zu können haben auch nicht alle, manche brauchen Motivation in der Gruppe und auch Leute wie ich, freuen sich über gelegentlichen Erfahrungsaustausch.

Einen sehr guten Schritt in die richtige Richtung finde ich auch die neue Videoserie “Werde Cross-Skater!”, die sehr authentisch gestartet ist und Fakten über den Sport darstellen will. Ich hoffe, dass die Macher genug Zeit finden, sie in diesem Stil fortzuführen, denn sie zeigt genau, wie man den Sport vestehen sollte und wie wir Cross-Skater eigentlich sind (oder sein sollten).

http://www.youtube.com/watch?v=e1Z-6Q9UZMc

Die Aktion “Wir sind Cross-Skating” wird ist ganz bestimmt keine spaßige Werbekampagne für den Sport oder großspurige Selbstdarstellung, sondern mehr der Versuch eine negative Tendenz im Cross-Skating Sport abzubiegen, was bestimmt sehr anspruchsvoll werden wird. Eine Spaßbremse bin ich ganz bestimmt nicht, aber allein eine negative Tendenz anzusprechen, scheint ja gerade den vertriebsorientierten Mitgliedern und Mitläufern der Szene ein Tabu zu sei. Auch manche, die glauben, “nur den Frieden wahren” zu wollen, haben in der Vergangenheit schon Schaden angerichtet. So gab es wohl hier in meiner Region (Darmstadt und Rhein-Main) schon Veranstaltungen in denen einige Veranstatlungsbeteiligte mit einer gewisse Aussitzer-Mentalität den Rest der Veranstaltungsbeteiligten, völlig demotiviert haben, obwohl diese, wie sich jetzt immer mehr herausstellt, die Veranstalter eine wesentliche treibende Kraft das Sports gewesen sind. Deswegen ist hier, in einer Region mit der an sich größten Dichte an Cross-Skatern, kaum mehr los an Veranstaltungen als anderswo und ohne private Kleinveranstaltungen wäre hier völlig tote Hose.

Extrem Vertriesorientierte sind übrigens in der Szene viel mehr vorhanden als man vielleicht glaubt. Nicht die wenigen Aktiven, denen ich begegnet bin, waren so, eher im Gegenteil, aber ein ganz anderer Teil der Multiplikatoren des Sports, sehr viele derer, die in irgend einer Form im Internet und den asozialen Netzwerken in Erscheinung treten sind nämlich äußerst vertriebsorientiert. Ich würde so weit gehen die Art und Wiese der sportart-fremden Vertriebsleute, die sich im Cross-Skating tummeln, sogar als vertriebsborniert zu bezeichnen.

Warum? Wenn Neulinge in dieser Sportart Informationen suchen, holen sie sich diese natürlich fast immer aus dem Internet und stoßen dabei in erster Reihe auf eine Front von Vertieblern. Natürlich, denn diese betreiben großen Aufwand, oft auch finanziellen, um in den Suchmaschinen, besonders den käuflichen, wie Google, gut platziert zu sein. Wer gut informiert soll natürlich auch gefunden werden, aber ich gehe so weit zu behaupten, dass weit mehr als die Hälfte von ihnen vom Cross-Skating gar keine Ahnung haben, aber trotzdem so tun und mit Fehlinformationen und Halbwissen eigentlich nur Einsteiger vergraulen. Damit ist es natürlich nicht möglich Kunden an den Sport langfristig zu binden. Wie auch, wenn sie oft den Sport selbst nicht ausüben oder nur dann, wenn gleichzeitig der Rubel mit rollt. Dann gibt es eine Grauzone derer mit erkennbarem Entwicklungspotenzial von vielleicht maximal 20 % auch womöglich auch kaum 10 % der Vertriebler, die so hinter dem Sport stehen, dass sie die Szene zu einem gesunden Wachstum anregen können.

Leider erkennen die verbreiteten Suchmaschinen nur zuverlässig zahlendes Publikum und keine Kompetenz. Ich konnte keine Korrelation zwischen den oben platzierten Bezahleinträgen und den darunter oder mitunter deutlich weiter unten auftauchenden, ehrlich errungenen, Rankings festgestellten. Es gibt einige wenige kompetente Amateure und unter den ganz wenigen Profis ebenso einige, die wirklich Ahnung haben, aber nicht im gleichen Verhältnis “oben” in den Standardsuchmaschinen stehen. Ich habe wirklich sehr viel recherchiert, auch über sekundäre Quellen und nicht zu selten versucht auch direkten Kontakt aufgenommen. In vielen Fällen war das unmöglich. So groß wie die “Szene” aussieht, ist sie gar nicht. Ein Produkthersteller hat vor einigen Jahren sogar bewusst ind die Welt gesetzt, was inzwischen als die “Tausend-Trainer-Lüge” in der Szene bekannt ist. In einer Art Interview wurde einfach behauptet, es gäbe schon eintausend Trainer, die den Sport bekannt machten, nur um den Eindruck einer bereits etablierten Sportart zu erwecken. Auf diversen Listen stehen pasend dazu sogar unglaublich viele Händler, Trainer (aber keine tausend) und Kursveranstalter, die es überhaupt nicht gibt oder nur auf Abruf aktiv werden.

Am schlimmsten fand ich dabei die Händler, die Waren aus Geschäftsprinzip erst dann bestellen, wenn bei ihnen Bestellungen eingehen. Oft wird die Bestellung dann vorerst als “verbindliche Bestellung” bestätigt, um den Verbraucher zu entmutigen, vom gestzlichen Widerrufsrecht Gebrauch zu machen. Man kann das ziemlich einfach austesten. Meines Wissens ist es nur in Ausnahmefällen Händlern erlaubt, einzelne Waren, die kurzfristig “nicht im Lager” sind, nachzuliefern, aber nicht als generelles Geschäftsmodell. Ein Händler muss nämlich den größten Teil seiner Ware “feilhalten”, also vor Ort haben. Wenn durchgestezt würde, was das Handelsrecht fordert, dürften mindestens 70 % aller Ebay-Händler gar nicht handeln. Ich fand auch zahlreiche Cross-Skate “Läden” ohne wirkliches Ladenlokal und auch ganz offensichtlich auch ohne Warenlager.

Beinahe typisch, für nicht existiernde Läden, waren nach meiner Recherche meisten “Händler”, die in Händlerlisten der Firma Skike aufgeführt sind. Fast jeder Versuch der Kontaktaufnahme ist dort ein Schuss ins Leere. Händler, sind das nach meinem Verständnis nicht, höchstens Ursache für Ärger und Frust, wenn wirklich Interessiere einen Händler suchen. Mir scheint die Funktion dieser Händler mehr die von Werbe-Dummies für den eigentlichen Direktvertrieb, durch den Hersteller selbst zu sein. So findet doch keine Identifikation mit dem Sport statt!

Einen solchen parallelen Direktvertieb in Konkurrenz zu den eigenen Händlern, betreibt SRB zwar auch, aber die negativen Auswirkungen waren dort deutlich geringer, weil es für SRB-Produkte auch keine Hunderte von angeblichen Händlern gibt. Powerslide, betreibt offiziell einen echten Vertrieb über sein Händlernetz, wobei ich mir darüber nicht ganz sicher bin. Warum eine Art “Powerslide-Outlet-Shop” in direkter Nachbarschaft zum Powerslide-Werk im bayerischen Bindlach existiert, scheint mir mehr als ein Zufall zu sein, zumindest dieser Teil scheint so das Händlernetz zu umgehen. Grundsätzlich klingt dieses Vetriebsmodell zwar etwas solider, aber angesichts der überwiegenden Verkäufe über Verkaufsplattformen wie Ebay, dürfte herkömmlichen Händlern, die teuer in einen Laden investieren, schnell die Existenzgrundlage abgegraben werden. Da ist der Hersteller der Fleet Skates konsequenter, denn er verkauft ausschließlich direkt und, wie mir geschildert wurde, ist jeder Verkauf durch die scheinbaren Händler eigentlich nur ein Provisions-Geschäft, für das vermittelte Versandgeschäft, das dann der Hersteller wieder selbst abwickelt. Eine Anprobe beim Händler, das übliche haptische Element eines Verkaufs, gibt es bei Fleet Skates wohl auch nicht, was zusätzlich zur sehr knappen Verkaufsprovision den Vertrieb und die Identifikation mit dem Produkt selbstverständlich behindert. So wird auch keine wirkliche Kundenbindung zum Händler aufgebaut, die von einigen Kunden so gewünscht wird. Also auch kein perfektes Geschäftsmodell.

Diese Zusammenhänge schreiben aber natürlich weder Hersteller noch “Händler” (oft nur Vermittler) freiwillig in die eigene Selbstdarstellung im Netz. Da werden stattdessen volle Warenregale gezeigt, Bilder von Messen, Bilder des Verkäufers mit prominenten Sportlern in Kumpel-Pose oder sogar “Trainer-Teams” die “Ihnen zur Verfügung stehen”. Bei genauen Nachforschen findet man dann keinen Laden, keine Öffnungszeiten, keinen Trainer vor Ort (schon gar kein Team) oder schlicht keinen Verantwortlichen. Auch Google-Street-View oder Goole-Maps bieten oft einen frustrierend tristen Blick auf ein Backstein-Wohngebäude oder eine Mietskaserne, die dann allein unter der Ladenadresse gefunden werden, statt des angeblichen Ladens. Man kommt sich an der Nase herum geführt vor.

Sehr oft liest man auch, der Laden werde gerade “aktuell überarbeitet” und zwar als Dauermeldung. Oft soll man auch formlosen Kontakt aufnehmen. Ich frage mich, wo meine Verbraucherrechte bleiben, wenn dann der Verkauf oder ein Trainings-Service ähnlich “formlos” abgewickelt wird. Ich wurde sogar aufgefordert, mich mit Händlern und Kursanbieter an wechselnden Lokalitäten zu treffen und auf keinen Fall zur offiziellen (?) Geschäftsdresse zu kommen. Wer so etwas erfährt oder schon bei bloßen Recherchen oft ins Leere rennt, fragt sich natürlich, ob er an einen seriösen Vertreter des Sports geraten ist. Oder man gibt womöglich auf, sich überhaupt mit dem Sport zu beschäftigen, bevor man ihn handfest in der Praxis kennen gelernen konnte. All diese “Luftnummern” werfen ein äußerst negatives Licht auf den “professionellen”, genauer gesagt kommerziellen, Bereich des Sports.

Leider regt dieses Verhalten manchmal dazu an, sich auch im eigentlich nicht-kommerziellen Bereich ähnlich großspurig zu verhalten. Manche Hobby-Aktiven lehnen sich sehr weit aus dem Fenster. Unterstützt wird dies oft, von der hier im Magazin oft genug angeprangerten Praxis, sich “Trainer” zu nennen. Ja, geschützt ist diese Bezeichnung nicht und das wird äußerst schamlos ausgenutzt, damit jeder der das nur will, sich – oh, ich liebe diesen Begriff – zertifizierter Trainer wird, was so viel hieß, wie “Nichts, aber mit Zettel” (= Zertifikat). Das Thema wurde hier aber schon eingehend und qualifiziert erläutert.

Ich diagnostiziere daher sehr eindeutig eine “kränkliche Phase” in unserem Sport. Ungesundes Wachstum führt in fast allen Branchen zu Rückschlägen, das ist bekannt und leider trifft das auf den Cross-Skating Sport mit seinem teilweise ungesunden Wachstum auch zu. Der Sport ist so groß wie er sich gerade gesund erhalten kann, er wäre gesünder und größer, wenn er phasenweise nicht so übermäßig gewachsen wäre, dafür aber fachgerechter. Der seriöse Handel hätte absolut keinen Nachteil daraus gezogen, eher Sicherheit, die Umsätze wären zwar langsamer gestiegen, aber das täten diese dann immer noch, statt in den letzten Jahre zu stagnieren oder zu sinken. Ja, auch das habe ich recherchiert. 2015 haben mehr Händler das Handtuch geschmissen als je zuvor und 2016 werden es vielleicht noch mehr sein. Es waren zwar oft nur unbedeutende Händler, die keine fünf Produkte pro Jahr verkauft haben, aber der ein oder andere kompetent aufstrebende engagierte Händler dürfe auch die geschäftliche Grätsche gemacht haben und die sind es, die auch wichtig sind.

Warum? Weil sie vorher in der Flut der vielen “unbedeutenden” Händler kaum gefunden wurden und auch die Produkthersteller ihre Betreuungspflicht gegenüber diesen wertvollen Figuren in einer neuen Sportart sträflich vernachlässigt haben. Aber auch nicht-kommerzielle Fachleute oder Veranstalter haben frustriert das Handtuch geworfen, deren Erfahrung, Engagement und Kompetenz hätte die Szene gebraucht. Zu oft wurden sie schon zu Anfang aus Foren ausgeschlossen oder in unsachliche Diskussionen verstrickt (woher stammt eigentlich so oft das “Hausrecht” in manchen Foren, welches willkürliche Sperren zulässt, obwohl das kein Bestandteil der Forenbedingungen ist? Google-.Mentalität?). Auch ich habe schon negativste Erfahrungen in diese Richtung machen müssen und ebenfalls (dort) das Handtuch geschmissen, um mich dann aber wenigstens an anderer Stelle zu engagieren, beispielsweise hier. An die Kompetenz einiger inzwischen aus der Szene heraus gemobbter, werde ich aber wohl nie heranreichen können.

Ein Problem sehe ich darin, dass sich einfach zu viele Sportunerfahrene in den Kinderjahren der Sportart mit seiner Aufzucht befasst haben und diese Art von Laien-Aufzucht an vielen Stellen immer noch fortgeführt wird. Die entstandenen Schäden versuchen Fachleute und ehrlich bemühte Sportler seit Jahren auszubügeln, leider mit zu geringer nachhaltiger Wirkung auf ein solides Wachstum.
Die zwangsläufigen Fragen, “Wo bekomme ich Cross-Skates/Beratung/Unterricht/Fachausbildung für Trainer/Beratung als Veranstalter?” und ähnliche Fragen, wurden zu leichtfertig unter dem kommerziellen Aspekt mit “Bei mir!” (die jeweils Befragten sind offenbar immer Alleskönner) beantwortet. Die Tatsache, dass sich dem Cross-Skating Sport nicht wesentlich mehr Personen als in anderen Sportarten verpflichtet fühlen ihn weiter auszuführen ist leider diesem, man muss es beim Namen nennen, Missstand zu verdanken. Mit den genauen Details und Ursachen möchte sich in einem späteren Artikel ein anderer Redakteur mit weitergehenden Erfahrungen befassen.

Ich will nur kurz erwähnen, wo ich diese Missstände sehe, nämlich fast in der gesamten Szene. Auch bei den Kunden, denn diese sind oft zu geizig, aber gleichzeitig nicht kritisch genug. Bei den Produktherstellern, die viele, vor allem viele unausgereifte Modelle, auf den Markt werfen und Modelle nicht oder falsch pflegen. Ich selbst konnte auch als Anfänger nur mit individuellen angepassten Cross-Skate Modellen für 700 € zufriedenstellend loslegen, die es so serienmäßig nicht im Handel gab. Vier oder fünf Modelle, die funktionieren, genügen derzeit für den kleinen Markt. Dieses “Gesundschrumpfen” würde der Szene sicher gut tun.

Mir sind auch, gut recherchierte, Geschichten zu Ohren gekommen, in denen Produkthersteller konkrete Hinweise auf Konstruktionsmängel ignoriert haben. Und auch an anderer Stelle tragen die Produkthersteller direkte Schuld, an den Missständen, weil sie bei manchen Händlern Geschäftsgebaren tolerieren, das eindeutig wettbewerbswidrig ist. Andere Hersteller geben sich selbst recht grenzwertig,k was den seriösen Handel betrifft, indem sie eine Art Schneeball-Vertriebssystem aufbauen (die erste Händler-Front sind dann oft die “Trainer”) oder als weiterer Fehler eben mit eigenem Online-Verkauf in direkte Konkurrenz zu ihren eigenen Händlern treten. In den Punkten technische Ausgereiftheit der Produkte und Seriosität des Handels besteht also noch großer Nachholbedarf.

Die Händler sind aber auch oft selbst Schuld, wenn sie sich oft so viel gefallen lassen (müssen?), aber auch nicht kritisch genug mit ihren Lieferanten umgehen. Und nochmals sind die Händler am Missstand Schuld, die sich nicht genügend qualifizieren oder mit Billig-Qualifikationen prahlen, was natürlich die Kunden schnell spitz kriegen.

Als Sofortmaßnahme sollte eruiert werden, was jeder selbst tun kann, um den Sport am Leben zu erhalten oder möglichst natürlich ihn noch bekannter zu machen.

  • Eigenes Bekenntnis zum Sport: Nicht versuchen unentdeckt zu skaten. Und wenn es anfangs noch etwas peinlich ist, sich gut ausbilden lassen auf den Skates, bei mir haben 80 Minuten Personaltraining wahre Wunder bewirkt.
  • Mehr Präsenz zeigen: Darüber reden, andere einladen, gemeinsames Training anbieten und Trainingsangebote dankbar annehmen. Also auch Treffs anbieten und Interessierte einfach mal ausprobieren lassen.
  • Qualifikation verbessern: Das gilt natürlich zwingend für die Kommerziellen, aber auch für jeden einzelnen Sportler – wir sind das Aushängeschild des Sports!

Der Sport gewinnt dadurch mehr Anhänger und wächst. Und zwar nicht nur auf dem Papier, sonder draußen “in echt”, spürbar, sichtbar und nachvollziehbar für jeden. Die Vorteile einer größeren Anhängerschaft liegen auf der Hand:

  • Man trifft mehr Gleichgesinnte und bekommt dadurch mehr eigene Motivation
  • Es gibt mehr kostenlose Veranstaltungen rund um den Cross-Skating Sport
  • Die Produkthersteller nehmen den Sport ernster, wodurch das Produktangebot breiter, besser und günstiger werden dürfte

In Sachen Wettkämpfen, kann ich keine Tipps geben, ich selbst brauche sie nicht und ich konnte praktische keine Erfahrungen von Veranstaltern im Internet finden. Was mir direkt von Veranstaltern mitgeteilt wurde, findet sich teilweise auch im Cross-Skating Handbuch (ISBN: 978-3-7380-5666-2) wieder, einer Art Bibel mit den Geboten des Sports, die scheinbar aber zu wenige interessiert. Meine Recherchen haben fast acht Monate in Anspruch genommen und drücken meine eigene Konsumenten- und Sportler-Perspektive aus. Der Sport ist wie wir und wenn er sein Potenzial noch nicht nutzen kann, weil es im Detail kränkelt, ändern wir das doch einfach selbst.

Denn wir sind Cross-Skating – wir sind die Aktiven!

Fortsetzten wird dieses Thema ein anderer Redakteur mit dem Artikel “Die Cross-Skating Szene 2.0″

Babylon VIII – Fachbegriffe des Cross-Skating Sports

von Frank Röder am 19. August 2016

Fachbegriffe sind ein erweiterter Wortschatz, der beim Verstehen oder Erklären hilft. Dieser ist in unserer Sportart leider immer noch Mangelware oder es wird irgendetwas als Begriff geschrieben, dass sich gut anhört, weil es aus anderen Sportarten bekannt ist, aber leider auf den Cross-Skating Sport nicht ganz zutrifft. Vereinfachen ist oft gut, aber mit einer extrem vereinfachten Sprache oder Huckepackformulierungen, die an andere, ähnliche Erklärungen “andocken”, kommt man oft nicht nur nicht weiter, sondern richtet auch “Schaden” an, indem man sich und den Sport nicht angemessen weiterentwickelt. Viele Anregungen unseres satirischen Fachwörterbuches stammen von unseren Lesern oder ergeben sich aus häufigen Anfragen. Während der Entwicklung der Sportart, besonders in der Cross-Skater Ausbildung und Cross-Skate Konstruktion wurde aber auch gezielt Fachvokabular geschaffen, dass so speziell nur in unserem Sport angewendet wird. So erscheint heute, entgegen unserer eigenen ersten Erwartungen, immerhin schon auf unsere achte Fortsetzung dieses Fachlexikons. Vielleicht schaffen wir es noch bis über dreißig Fortsetzungen und überholen damit numerisch sogar den 30-bändigen Brockhaus. Wir kritisieren hier aber auch die immer noch zu häufige Fehlanwendung von Sprache. Die Redaktion nimmt natürlich auch gern noch weitere Anregungen an. Danke auch an diejenigen, die uns immer wieder unfreiwillig die ein oder andere Steilvorlage liefern!

Achsenlast: Ein aus der Fahrzeugtechnik stammender Begriff, den man auch auf Cross-Skates anwenden kann. Häufiger wir dafür aber auch der Begriff Radlastverteilung verwendet. Beachten sollte man, dass die Achsenlast/Radlastverteilung erheblich dynamischer veriinert wird als in der üblichen Fahrzeugtechnik, wo sie oft nur die statische Achsenlast angibt.

Bodenfreiheit: Eine weit überschätzte Eigenschaft, die, wenn sie an einem Cross-Skate vermisst wird, so viel bedeutet, dass man subjektiv beim Cross-Skating zu häufig aufsetzt. Grund dafür kann aber auch das eigene Einschätzungsvermögen der Cross-Skates sein. Routinierte Cross-Skater setzen sehr selten auf. Sehr tief gebaute Cross-Skates besitzen als unersetzliche Eigenschaften eine bessere Kippstabilität, besseres Handling und besseren Geradeauslauf auf die man verzichtet, je höher man hinaus baut.

Freilauftest: Damit kann man prüfen, wie lange sich eine Rad, z.B, eines Cross-Skates, nach den Anstoßen dreht – mehr aber auch nicht! Über die Lagerqualität, Haltbarkeit und sogar den Leichtlauf unter Belastung, bei der erhebliche Scherkräfte auftreten können, sagen solche “Tests” so gut wie nichts aus. Bestenfalls, ob ein Rad klemmt oder nicht. Fachleute berufen sich nicht darauf.

Kausalität: Diese, nämlich der Nachweis der unumstößlichen Beziehung zwischen Ursache und Wirkung wird besonders im Cross-Skating Sport leider noch viel zu selten erbracht. Eine Korrelation (also eine Beziehung zwischen Ereignissen, z.B. eine gleichzeitige Beobachtung) ist aber nicht automatisch auch eine Kausalität. Man stelle bei Behauptungen oder auch angeblichen Lehrmeinungen grundsätzlich die Fragen:
1. Liegen Daten vor und taugen die Daten überhaupt dazu, daraus Schlüsse zu ziehen?
2. Existieren gleiche Ergebnisse resultierend auf ganz anderen Daten und Untersuchungen?
3. Liegen alternative, besonders auch gegenteilige, Hypothesen vor und wurden sie überprüft?
4. Was steht in den Quellen oder Studien wirklich, die angegeben werden? (sofern überhaupt angegeben)
Ein Nein, muss zwar eine These nicht automatisch widerlegen, aber die Beweisführung der Kausalität wird erheblich erschwert.
Natürlich wird nun mancher wieder auf Akademiker fluchen, aber selbst die Kausalität ob diese Punkte von einem Akademiker oder einem Nicht-Akademiker erkannt wurden, ist nicht zweifelsfrei belegt.

Neutralität: Eine Schönungs-Vokabel bei deren Verwendung mancher spontan lacht, weil es Neutraliät in Medien (und schon gar nicht in Foren) nie gab, nicht gibt und nie geben wird. Wer das behauptet, tut das meist nur in der Form, sich selbst als “neutral” und somit als eine Art unbezweifelbaren Gutmenschen darzustellen (“Was zweifelst du, du Ketzer? Ich bin doch neutral!”). Doch was bedeutet neutral? Etwa ein unbestechlicher allwissender Schiedsrichter allem gegenüber zu sein? Sich von nichts und niemandem beeinflussen zu lassen, noch nicht einmal unterbewusst oder von seinen eigenen Interessen? (Wer weiß das schon, wer gibt das zu? Wer atmet keine Luft?). Neutral kann auch unbedarft, naiv, aussagefrei, einflusslos, unbeachtet oder langweilig bedeuten. Und wer hört schon auf so eine “neutrale” Beratung? Möchte man nicht Erfahrungen oder fundiertes Wissen erfahren? Und da ist es schon vorbei mit neutral, das wäre nämlich unmöglich oder ein quasi göttlicher Status, den der Neutrale inne hat. Wie wundersam, dass die Verwender des Wortes Neutralität fast immer nur damit protzen, es aber nie erklären.

Wir: Kein spezieller Fachbegriff des Cross-Skating Sports, aber ein, in der Szene, mindestens ebenso häufig, wie der vorherige Begriff, missbrauchtes Wort. Manche verwenden das Wort als selbstverständliche Verbalfalle, um Unbedarfte zu beeinflussen, sich dem, in diesem Zusammenhang willkürlich festgelegten, “Mainstream” anzuschließen. Man kann auch fast jederzeit antworten: “Nein, wir sind wir, aber  ihr seid nur ihr!”. Eine erschreckend nüchterne Aufklärung und zahlreiche Beispiele des Missbrauchs dieses Wortes findet man auch im Buch “Wer ist wir?”, ISBN 978-3406685866.

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