Häufige Fragen (FAQ) zum Cross-Skating

Auf Cross-Skates vielseitig trainieren und viel erlebenHier auch ein weiterer Beitrag im Cross-Skating Magazin der recht viele allgemeine Fragen geantworten hilft.

Was ist ein Nordic Cross-Skate, ein Offroad-Skate oder ein Skike?

Ein Cross-Skate ist eine Mischung aus Inline-Skate, Rollski und Roller. Skikes sind das eigentlich auch, nur eben von der Firma Skike hergestellt. “Skike” oder “Skiken” sagt man aber nur, wenn man allgemein vom Sportgerät oder dem Sport redet, ansonsten ist es nur kostenlose Werbung für einen Produkthersteller. Der Oberbegriff für das Sportgerät ist Cross-Skate und der Sport heißt Cross-Skating. Skikes gehören also auch zu den Cross-Skates, wenn auch viele Cross-Skater mit Skikes zu ihrem Sport immer noch “Skiken” sagen. Cross-Skates gibt es für eigene Schuhe (bauartverwandt mit Trailskates, Powerslide Skeleton oder Skikes) oder mit fest montierten Schuhen (bauartverwand mit den übrigen Powerslide Nordic Skates oder dem Rollerblade Coyote). In den letzten Jahren wird immer mehr der neutrale Begriff Cross-Skates für diese Sportgeräte verwendet und setzt sich zunehmend durch.

Wer kann cross-skaten?

Jeder, der gerne Skilanglaufen würde, ist auch wahrscheinlich zum Cross-Skating geeignet. Mit Gelenkprotektoren und Helm wäre sogar der Vorteil des Schnees beim Stürzen ausgeglichen, denn man fällt dann weicher. Doch so leicht stürzt man nicht beim Cross-Skating. Wem Inline-Skating oder Rollksilaufen wegen der hohen Geschwindigkeit oder wegen der schwierigen Bremstechnik zu gefährlich ist, sollte unbedingt einmal Cross-Skates ausprobieren, sogar ohne Stöcke ist Cross-Skating (mit Einschränkungen) möglich. Sogar Weicheier, die beim Wintersport frieren würden, finden in den wärmeren Jahreszeiten mit luftbereiften Cross-Skating großen Spaß am Skating.

Wenn sonst keine “Besonderheiten” vorliegen kann  im Prinzip, beinahe jeder zum Cross-Skater werden. Ich hatteBeim Cross-Skate-Shop hatten wir bisher Teilnehmer zwischen 7 und 84 Jahren in den Cross-Skating Grundkursen. Sportliches Untalent ist allerdings kein K.O.-Kriterium, sondern eine Herausforderung für jeden guten Trainer. Wahrscheinlich könnten rund 80 % der Gesamtbevölkerung diesen Sport bei guter Einweisung und sinnvollem Trainingsaufbau, dauerhaft und mit hohem Gewinn an Lebensqualität durchführen.
Diese persönlichen Besonderheiten muss man womöglich als Einschränkungen betrachten, die im Extremfall auch K.O.-Kriterein sein können. Beispiele für etwas ungünstigere Startvoraussetzungen, die aber nicht in jedem Fall das erfolgreiche Erlernen und Ausüben des Cross-Skating Sports verhindern, wären:

  • Sinnesstörungen in den Bereichen Gleichgewicht und räumliches Sehen, Cross-Skating mit normalen Sehschwächen ist meist möglich.
  • Koordinationstörungen und Anfallsleiden, manchmal bleiben nach Verletzungen oder Schlaganfällen, bis dahin unbekannte Koordinationsstörungen zurück, die sich auf Cross-Skates fast wie Behinderungen auswirken können (sie sind oft therapierbar)
  • Zu geringes Alter. Erst zwischen etwa 7 und 9 Jahren ist die (nicht vorgeschulte) kindliche Koordination genügend für Ganzkörperkoordinations-Sportarten ausgebildet
  • Extremes Übergewicht, denn damit wird es fast unmöglich die notwendige Grundhaltung, mit leicht gebeugten Knien, sicher über mehrere Minuten durchzuhalten
  • Herzinsuffizienz (Herzschwäche), starker Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen, denn dieser Sport ist eindeutig hoch kreislaufbelastend. Für die ziemlich große Höhe der Herz-Kreislauf Belastung ist Cross-Skating zwar immer noch recht schonend, aber es muss trotzdem in diesen Fällen von Arzt grünes Licht für die Aufnahme eines Trainings gegeben werden.

Wie sicher ist Cross-Skating?

Sehr sicher, denn Cross-Skates besitzen sehr wirksame Bremsen und der lange Radstand der Cross-Skates macht einen Überschlag viel unwahrscheinlicher als beim Inlineskating. Zudem rollen die Luftreifen erschütterungsärmer über den Boden und haben eine unglaubliche Haftung. Trotzdem werden ein Helm und Gelenkprotektoren empfohlen.

Wo kann man cross-skaten?

Pauschal kann man sagen überall, wo man sich mit dem Tourenrad noch wohlfühlen würde, es kommt aber auf das Fahrkönnen und die Kondition an. Wenn ein Radweg endet und ein kurzer Abschnitt auf festem Naturboden gefahren werden muss, machen die Cross-Skates nicht gleich schlapp. Auf griffigen Waldwegen spürt man am deutlichsten den Unterschied zu Roll-Skiern oder Inline-Skates, denn dort macht cross-skaten wirklich riesigen Spaß. Könner trauen sich auch auf Schotter und weicheren Naturböden zu cross-skaten. Schaut einmal in die folgenden Tabelle in der die Fahreigenschaften von Cross-Skates auf verschiedenen Böden und mit verschiedenen Stockspitzen beurteilt werden.

 Stand: 2012 Skating Beine Stockeinsatz Arme Gesamtnote
rauer Asphalt 9 8 8,5
rauer Asphalt, nass 9 8 8,5
glatter Asphalt 10 7 8,5
glatter Asphalt, nass 8 7 7,5
rauer Beton 8 5 6,5
glatter Beton 10 4 7
Feinschotterwege 8 10 9
Grobschotterwege 4 8 6
harter Naturboden 8 10 9
gefrorener Naturboden 9 10 9,5
weicher Naturboden 5 9 7
harter Sandboden 6 9 7,5
Schlackeplatz 8 10 9
Tartanbahn* 10 10 10
PVC-Boden (Halle)** 8 2 5
dünner Schnee*** 6 7 6,5

* auf Tartanbelag ist der Rollwiderstand extrem hoch (= langsam), die Benutzung von Metallspitzen in dort aber häufig verboten
** auf PVC-Hallen-Böden sind Stockeinsatz und Bremsspuren problematisch (selbst mit weißen Reifen)
*** man kann nur auf Neuschnee mit festem Untergrund fahren, festgetretene Schneedecken sind zu unregelmäßig zum Fahren

Leider wird manchmal behauptet, man könne so weit kommen, wie mit dem Mountainbike, aber das ist technisch unmöglich (Radgröße!).

Sporteinsteiger, Wanderer oder Umsteiger vom Nordic-Walking können sich freuen mit Cross-Skates ihren Aktionsradius zu erweitern, weil sie schneller vorankommen als zu Fuß. Läufer und Mountainbiker können sich ebenfalls freuen, weil sie zumindest die leichteren ihrer geliebten Naturwege ebenfalls mit Cross-Skates nutzen können.

Kann ich dafür nicht meine Inline-Skates nehmen?

Auf gutem Asphalt kann man das schon, man spricht dann vom Nordic-Blading, aber dabei verzichtet man auf den erheblich höheren Komfort und die größere Sicherheit des Nordic Cross-Skating. Wer keine oder nur geringe Erfahrung auf Inlinern hat, wird vom relativ leichten Erlernen der Cross-Skating-Technik begeistert sein. Und ganz ehrlich: Offroad kannst du Inliner und Rollski vergessen. Das Einsatzgebiet von Cross-Skates ist um ein Vielfaches größer!

Wie ist die Umstellung auf Skikes für Langläufer und Rollskiläufer?

Cross-Skating ist eine ideale Vorbereitung auf die Winter-Skisaison. Wer sonst klassisch läuft und zusätzlich gern skaten möchte, kann sich auf Cross-Skates schon Monate lang auf die neue Wintersaison vorbereiten, bevor im Winter wertvolle Urlaubstage dafür herhalten müssen. Routinierte Ski-Skater brauchen sich kaum umzustellen und Rollskifahrer werden vom Komfort, der Haftung und der absolut realistischen Geschwindigkeit begeistert sein (Cross-Skates brauchen im Gegensatz zu Rollskiern keine Dauerbremse). Skating mit Stöcken wird auf  festen Boden generell als Nordic-Skating bezeichnet, egal ob mit Inlinern, Rollskiern oder Cross-Skates. Offroad geht es allerdings nur mit Cross-Skates.

Die Lauf-Technik ist nicht ganz exakt die gleiche wie auf Skiern ist aber in der Grundtechnik noch sehr sehr ähnlich. Wer sich noch zu den Anfängern zählt, kann nach einer kurzen Gewöhnung an Cross-Skates bestätigen: Auf Langlaufskiern und Schnee tut man sich beim Skating-Schritt (Schlittschuhschritt) technisch etwas schwerer. Beim Cross-Skating entfällt das Erlernen des Kanteneinsatzes und das Einschätzen des Schnees völlig. Daher kann man sagen: Cross-Skating ist leichter als Skifahren zu erlernen!

Die fortgeschrittenen Techniken im Cross-Skating unterscheiden sich teilweise erheblich vom Skilanglauf und sind mitunter sehr anspruchsvoll. Man lernt im Cross-Skating nie aus und kann sich darauf einstellen seine Cross-Skating Techink auch nach Jahren immer noch pefektionieren zu können. Es wird also nie langweilig.

Wie schnell bin ich auf den Cross-Skates unterweg

Man kann nur schwer allgemeine Angaben zum Tempo machen. Bei flachem Streckenprofil kann man bei männlichen Cross-Skatern (weibliche minus 15 %) etwa von folgendem Dauer-Tempo im Training ausgehen:

 Tempo ca. in km/h Anfänger Gute Grundkenntnisse Fortgeschrittene Kenntnisse Routiniers
schneller Asphalt 10 12 16 18
70 % Asphalt mit 30 % Cross 8 10,5 15 17
Feinschotter fest - 9 14 16
mittlerer Schotter - - 12 15

Welche Auswirkung hat Cross-Skating auf den Körper?

Wir würden niemal behaupten, dass irgend etwas immer gesund sei, denn jede Wirkung hat immer Nebenwirkungen, oder irgend etwas für jeden sinnvoll sei. Aber in der Praxis haben wir (Cross-Skater, Trainer, Mediziner, Physiotherapeuten u.v.a.m.) viele deutlich positive Wirkungen auf die Gesundheit feststellen können – mit erstaunlich geringen “Nebenwirkungen”. Auf jeden Fall bleiben eine ganze Menge positiver Wirkungen übrig. Cross-Skating belastet den gesamten Körper, beugt also einseitigen Belastungen vor. Zudem kann man seinen Stil unterwegs wechseln, mehr die Arme oder die Beine belasten – die Belastung ist sehr abwechslungsreich. Cross-Skating noch mehr als Triathlon in einer Sportart, aber orthopädisch noch vorteilhafter. Man kann “spazieren-cross-skaten”, ganz langsam mit geringer Belastung oder sich als Leistungssportler extrem hoch und trotzdem schonend belasten. Der Cross-Skating Sport hat ein extrem hohes Potenzial als Zusatztraining von Leistungssportlern anderer Sportarten, da durch die schnelle Regeneration das übrige Training kaum gestört wird, aber trotzdem ungewöhnlich hohe Trainingsreize gesetzt werden können.

Was für die Leistungssporter, für den Breitensportler und sogar zur Vorbeugung für jeden Sportler sehr wichtig ist: Cross-Skatiung ist eine symmetrische Sportart (!) die mit dem richtigen Trainingsprogramm muskuläre Dybalancen kaum aufkommen lässt und sie sogar beseitigen kann. Das ist bei Bewegungssportarten recht selten.

Tatsache ist, dass der Energie- und Sauerstoffverbrauch beim Cross-Skating enorm ist, da wurde vom Redaktionsteam über Energieverbrauchsmessungen in den Jahren 2006 und 2009 belegt. Nur beim Skilanglauf wird, laut älterern Angaben in der Literatur, ähnlich viel Energie verbraucht. Diese Angeben liegt aber noch der klassische Skilanglaufstil zu Grunde. Skating, auf Schnee wie auch auf festem Untergrund, erzeugt noch höhere Energieumsätze. Zum Abnehmen ist Cross-Skating also ebenso ideal geeignet, wie für intensives Training.

Aber Vorsicht: Gerade Untrainierte dürfen die Belastung am Anfang nur langsam steigern. Zwar würde ich nie behaupten, dass durch den Stockeinsatz 40 % mehr Energie verbraucht wird (dies wird oft vom Nordic-Walking und Nordic-Blading leichtfertig behauptet), aber zwischen 5 % beim Einsteiger und 12-15 % bei guten Technikern wird durchaus der Energiebedarf höher liegen als beim schnellen (!) Rad- oder Lauftraining. Diese Mehrleistung muss aber das Herz-Kreislaufsystem erst einmal bewältigen! Sogar Leistungssportler wundern sich über den hohen Dauerpuls den sie mühelos beim Cross-Skating durchhalten. Anfänger müssen aber 6 bis 10 Wochen der Anpassung berücksichtigen, bevor sie sich auf Cross-Skates voll anstrengen dürfen. Einsteiger sollten sich am Besten von einem kompetenten Trainer beraten lassen.

Vom körperlichen Nutzen einmal abgesehen: die Bewegung des Cross-Skatings an sich und die “exotische” Art der Fortbewegung machen einfach riesigen Spaß. Man kann sich umweltfreundlich in der Natur bewegen und es tut auch der Seele gut!

Worauf beruhen die weiteren Wirkungen des Nordic Cross-Skating Trainings?

Um die folgenden Aussagen völlig nachvollziehen zu können, muss man eigentlich selbst schon einmal Cross-Skating ausprobiert haben. Denn nach dem Cross-Skating-Training stellt man fest, dass man sich davon unglaublich schnell erholt auch wenn man sich dabei sehr ins Zeug gelegt hat. Zunächst einmal verteilt sich die Belastung auf praktisch alle Hauptmuskelgruppen, es werden also nicht nur wenige Muskeln völlig ausgelutscht. So kann man eine enorm hohe Gesamtbelastung aushalten, ohne sich wirklich zu überlasten. Herz-Kreislauf-Patienten sollten sich aber genau aus diesem Grund strikt an die Vorgaben ihres behandelnden Arztes halten. Zudem gibt es beim Cross-Skating keine größeren nachgebenden Bewegungen, wie sie beispielsweise beim Joggen oder Ballsport auftreten und dort Mirkomuskelrisse (= Muskelkater) verursachen können.

Es überwiegen im Cross-Skating Sport gut kontrollierbare langsame Kraftausdauerbewegungen die besonders schonend sind, weil keine ungesunden Rumpfbewegungen durchgeführt oder extreme Gelenkwinkel eingenommen werden. Anfänger sollten allerdings unter fachkundiger Anleitung überprüfen lassen, ob sich sich nicht aus Unsicherheit in einer unvorteilhaften Haltung bewegen, die dann nach einer Weile dann eben doch wehtun kann. Cross-Skating muss zwar erlernt werden, es geht aber recht schnell, weil Cross-Skating im Fitnessbereich nur höchtens mittlere Anforderungen an die Koordination stellt. Deswegen ist Cross-Skating sicher, man fährt entspannter, verletzungsärmer und angstfreier. Dies und auch der Spaß, der beim Cross-Skating sehr schnell aufkommt, sind Faktoren, die bei der Trainingswirksamkeit nicht außer acht gelassen werden dürfen. Man ist dann einfach aus purer Bewegungslust häufiger oder länger unterwegs.

Es kommen noch weitere, ganz cross-skatingtypische, Eigenschaften hinzu: Beim fortgeschrittenen Cross-Skating kann man mit ganz cross-skating-eigenen Techniken noch mehr Muskelgruppen und damit noch intensiver trainieren als beim Skilaunglauf. Die eingenommenen Gelenkwinkel sind sogar schonender als beim Skilanglauf. Da man sich beim Cross-Skating nicht auf die Skienden treten kann, bewegt man die Beine etwas mehr unter dem Körper und muss bei jedem Schritt weniger in die “Grätsche” gehen. Die Kniegelenke, die Hüftgelenke und auch die Balance profitieren davon.

Noch ein ganz anderer Effekt begründet wahrscheinlich die erstaunlichen Wirkungen des Cross-Skating auf andere Sportarten und auf das allgemeine Wohlbefinden. Abfahrts-Skifahrer und RaHa-Patienten kennen schon seit längerem das Training auf Rüttelplatten. Sie sind jetzt durch neue Vertriebswege wieder in Mode gekommen und setzen sich vor allem durch als zeitsparendes Training für Leute durch, die kaum bereit oder in der Lage sind wirklich zu trainieren. Mountainbiker kennen ebenfalls den beinahe unerklärlichen Kraftzuwachs durch harte Downhill-Trails. Beim Cross-Skating im Gelände, auf rauen Wegen und auf Schotterpassagen, nutzt man diesen Rütteleffekt auf ideale Weise.

Das Knie lernt die minimalen Stöße des Geländes zu koordinieren und wird im orthodädischen Sinne stabiler. Die Muskulatur reagiert auf diese Arbeit mit stärkerer Durchblutung und höherem Kraftzuwachs als beim “vibrationsfreien” Training. Auch die Knochendichte und die Festigkeit des Bindegewebes profitieren nachweisbar vom Rütteltraining, das beim Cross-Skating im rauen Gelände automatisch enthalten ist.

Der Sauerstoffumsatz und Energieverbrauch ist durch Cross-Skating im Extrembereich so weit maximierbar, dass sogar hochtraininerte Sportler nach nur einer Stunde auf Cross-Skates schon ein massives Hungergefühl und einen enormen Durst entwickeln können. Die Balance wird beim Cross-Skaten unter stärker wechselnden und dennoch kontrollierbaren Bedingungen geschult, als dies beim Skilanglauf der Fall ist. Dies alles trainieren wir ganz selbstverständlich, wenn wir im wechselndem Gelände cross-skaten. Es ist nicht sicher, ob der Nutzen des Cross-Skating-Trainings jemals in beweisbare Zahlen gefasst werden kann. Aber wer erst einmal ein regelmäßiges Training auf Cross-Skates begonnen hat, wird auch ohne solche Zahlen davon überzeugt sein ein wirklich hocheffizientes und spaßbetontes Training für sich entdeckt zu haben.

Welche Kleidung ziehe ich zum Cross-Skating an?

Atmungsaktive Sportkleidung, denn auf Grund deines hohen Energieverbrauchs beim Cross-Skating, wird du sonst völlig durch schwitzen. Wenn in schwierigem Gelände oder auf starken Gefällestrecken gefahren wird, können Protektoren und ein Helm nützlich sein. Wenn du im Flachland fährst, sind Handschuhe (im Sommer fingerlose Handschuhe) als Schutzkleidung meist ausreichend. Für Cross-Skaten mit eignen Schuhen gilt: Das Schuhwerk sollte eine schmale Vollgummisohle haben ohen Fersendämpfung haben.

Speziell für den “Klassiker” Skike V07 gilt: Schuhbreite hinten maximal 85 mm (minimal 70 mm), vorn maximal 120 mm breit. Die Schuhsohle darf nicht länger als 338 mm lang sein, sonst passt sie nicht mehr auf den Rahmen. Das enspricht dann etwa Schuhgröße 48,5. Eine Stelle am Bein muss vom Schuh, mit der Hose, mit langen Socken oder mit Sporttape, bedeckt sein. Wenn man barfuß auf dem Boden stehs befindet sie sich die kritische Stelle in etwa 20 cm Höhe auf der Unterschenkelrückseite (etwa oberer Achillessehnenansatz). Dort entsteht beim Cross-Skating mit dem Skike V07 etwas Reibung.

Wenn Stöcke mit Metallspitzen benutzt werden sollte man als Augenschutz eine Brille tragen, sobald man mit mehreren Personen unterwegs ist.

Wie und wo kann ich Cross-Skating lernen?

Im Rhein-Main Gebiet gerne bei im Cross-Skate-Shop (so viel Eigenwerbung muss sein) in Form von Trainingsstunden oder Kursen oder bei anderen Cross-Skating-Trainern. Wer es sich zutraut, kommt aber manchmal auch gut allein auf Cross-Skates weiter, denn cross-skaten ist relativ ungefährlich und man stürzt nicht allzu häufig. Ein wenig gewarnt werden muss aber vor Trainern, die diese Bezeichnung nicht verdienen, weil sie in Blitz-Seminaren von wenigen Stunden zum  Trainer gekrönt wurden. Leider kommt oft aus diesen Kreisen die sehr dringliche “Empfehlung”, dass man unbedingt einen Einstigerkurs machen sollte damit man es “richtig” macht. Angesichts dessen, dass es fast ebenso viele so genannte Trainer wie auch Nicht-Trainer gibt, ist leicht nachvollziehbar warum diese Empfehlung in erster Linie ausgesprochen wird.

Wo kann ich Cross-Skates ausleihen?

Im guten Fachhandel, ein Cross-Skate Verleih macht ihn eigentlich erst dazu. Zum Beispiel im Cross-Skate-Shop im Rhein-Main Gebiet. Andere Verleihstationen können sich gerne bei der Redaktion melden.

Wo kann ich gute Cross-Skates kaufen?

Neue Cross-Skates und nicht selten auch Gebrauchte wiederum im Cross-Skate-Shop. Auch jederzeit im unserem Webshop. Dringend empfehlenswert ist es, immer darauf zu achten, dass ein Webshop nur als Ergänzung eines Ladengeschäft betrieben wird. Der Laden sollte natürlich eine eigene Fachwerkstatt betreiben und die so genannten Fachleute des Ladens sollten unbedingt selbst aktiv im Cross-Skating-Sport sein. Wo sonst soll die Kompetenz und die Möglichkeit im Ernstfall weiterhelfen zu können herkommen?

Welche Skates gibt es?

Am längsten ist der Trailskate der Firma Gateskate auf dem Markt, der seit 1990 ständig weiter entwickelt wurde. 1999 kam eine Art Cross-Inliner von Rollerblade, der Coyote, der aber nur noch vereinzelt gebraucht zu haben ist. 2004 kam der Skike auf den Markt, der bis 2011 fast unverändert gebaut wurde und der durch das Engagement das Cross-Skate-Shops  ganz erheblich verbreitet hat. 2005 kamen die Nordic Cross-Skates der Firma Powerlslide, des inzwischen größten Herstellers von Cross-Skates, auf den Markt.
Sinnvoll ist es, Modelle mit zwei Wadenbremsen zu bevorzugen oder sie damit auszurüsten. Das Prinzip der Wadenbremse ist für einen sicheren Fahrstil unverzichtbar. Aus der Unterrichtspraxis kann immer wieder bestätigt werden, dass das Bremsen mit den meisten anderen Bremssystemen sehr gewöhnungsbedürftig ist und gerade Anfänger schnell überfordert. Bremsen mit Wadenbremsen oder Rückfallbremsen macht den meisten Anfängern schon nach kurzer Zeit richtig Spaß, weil man eine zuverlässige und starke Bremswirkung erzielt. Die mögliche Bremswirkung ist beinahe so stark wie die eines Fahrrades.

Welche Nordic Skates sind besser oder sportlicher Skikes oder Powerslides?

Ein leidiges Thema, das grundsätzlich von Skike-Händlern mit Skikes und von Powerslide-Händlern mit Powerslides beantwortet wird (es gibt übrigens auch noch andere Cross-Skate Hersteller). Wer einen Schuh vom Inlineskating gewohnt ist oder ihn aus orthopädischen Gründen braucht (vorher anprobieren!), ist oft mit Powerslides besser dran, wer den den Vorteil der freien Schuhwahl höher ansetzt, wird entweder Skikes oder Trailskates bevorzugen oder sich gleich auf das schuhlose Modell XC Skeleton von Powerslide einlassen. Die manchmal gelesene Pauschalbehauptung, Cross-Skates mit fest montiertem Schuh seien die “sportlichern” Skates ist nicht grundsätzlich richtig. Skates für eigene Schuhe sind es aber auch nicht unbedingt. Sie sins zwar leichter, aber der eignene Schuh muss ja noch hinzugewogen werden. Wer die Fahrdynamik des Cross-Skating Sports verstanden hat, weiß die Vorzüge des tieferen Schwerpunktes eines Cross-Skates zu schätzen und wird auch tendenziell längere Skates bevorzugen. Powerslide hat sich jedoch den sportlichen Entwicklungen unseres Sports gegenüber als deutlich aufgeschlossener gezeigt und senkt inzwischen seine Skates immer tiefer ab, womit sie langfristg tatsächlich wieder sportlicher werden, weil sie eine “verwegenere” Fahrweise zulassen. Fahrer unter 90 kg sollten unbedingt Skates bevorzugen, die weniger als 2,4 kg/Stück wiegen, weil der Fahrstil sonst etwas zu plump wird.

Ist die Fahrtechnik wie beim Skiskating, Eisschnelllauf oder Inlineskating?

Der Skatingschritt auf den anderen Sportgeräten ist ähnlich, aber nicht identisch. Skiskater, Eisskater und Inlineskater kommen aber mit den Cross-Skates zunächst klar, die Gesamtbewegung mit den Stöcken wird nur den Skiläufern vertraut vorkommen. Es gibt aber spezielle Techniken auf Cross-Skates, die das Fahren sicherer machen und ein geländetaugliches Fahren erst angenehm machen. Diese Techniken kann man dann leider weder auf Skiern und Inlinern lernen und sie erfordern unbedingt (angeleitete?) Praxis auf Cross-Skates. Nicht umsonst gibt es schon jetzt rund dreimal so viele sinnvolle Fortbewegungstechniken, als beispielweise in den Skilehrbüchern erwähnt werden. Interessante Parallelen gibt es jedoch zum Nordic-Iceskating.

Natürlich haben Vorkenntnisse oft Vorteile, sie dürfen aber bei der praktischen Ausübung des Cross-Skatings oder im Unterricht nie zum VORURTEIL werden, sonst öffnet sich im Kopf die “das ist genau wie…-Schublade” und die Eigenheiten des Cross-Skatings werden langsamer erlernt. Cross-Skating ist sportlich und technisch vielseitiger als die Einzelsportarten Skilang, Rollskilauf, Inlineskating oder Nordic-Inline-Skating. Daher wäre es eine didaktische Sackgasse, die Ganzjahres-Multi-Ausdauersportart Cross-Skating einer dieser Sportarten “unterzuordnen”. Es ist in der Praxis oft umgekehrt, dass die anderen Sportarten von uns “Ganz-Jahres-Cross-Skatern” nur zu bestimmten Jahreszeiten oder auf bestimmem Untergrund (z.B. Schnee oder Asphalt) als Ergänzungs- oder Ausweichlösung ausgeübt werden. Also werden diese anderen Sportarten bereits als sportliche “Untermenge” des Cross-Skating Sports gehandhabt.

Ist es mit den Stöcken leichter, weil man sich abstützen kann?

Nein, niemals auch nur daran denken, sich mit den zerbrechlichen Stöcken abzustützen! Dies kann zu gefährlichen Unfällen führen. Auch sollen hier die völlig unfachmännischen Zitate erwähnt werden die sagen, dass man mit Stöcken leichter das Gleichgewicht halten könne oder Stöcke zur Gleichgewichtsschulung beitragen. Oft wird nämlich das genaue Gegenteil beobachtet – die Praxis wieder einmal! Leichter geht es aber auf alle Fälle, was den Antrieb betrifft, denn die Stöcke sind als Antriebsunterstützung gedacht und sehr hilfreich, wenn es einmal schwerer voran geht.

Aber man kann doch sicher Nordic-Walking Stöcke nehmen!?

Nein, denn sie sind viel zu kurz. Dann lieber noch eine Weile ohne Stöcke üben, als sich einen schlechten Stil anzugewöhnen oder über die kurzen Stöcke zu stolpern. Cross-Skating Stöcke werden 40 bis 55 Zentimeter länger gewählt.

Welchen Still soll man den nun fahren – 1:2-Skating, 1:1-Skating oder was sonst?

Das kommt auf die Situation an. Da wir beim Cross-Skating durch die sehr stark wechselnden Bedingungen immer vor anderen Situationen stehen, sollte man anstreben alle bekannten Techniken zu erlernen und je nach Bedarf anzuwenden. Da wären beispielsweise Schlittschuhschritt, Doppelstockschub, 1:2-Skating und Diagonalskating als Grundtechniken, als Aufbautechnik das 1:1-Skating und – technisch am anspruchsvollsten – das Permanentschub-Skating. Jeweils in Kombination mit der Dreipunkt-Technik ergeben sich schon mehr als doppelt so viele Stile wie auf Skiern. Bereits vielseitig ausgebildete Freizeitsportler sind oft im Stande den als “anstrengend” geltenden 1:1-Skating-Stil über viele Minuten durchzuhalten und den Permanetschub lang ausdauerend zu fahren. In diesem Magazin stehen weitere interessante Artikel zu diesem Thema.

Wie viele Kilometer trainieren die meisten auf Cross-Skates?

Was den Jahresumfang betrifft, kommen Gelegenheitsfahrer oft schon auf bis zu 1000 km pro Jahr, engagierte Freizeitsportler auf rund 1000 bis 3000 km im Jahr und die Spezialisten sind sogar bis zu 6000 km im Jahr unterwegs. Bei einem Trainingstempo von durchschnittlich 10 bis 18 km/h kann man sich den Zeitaufwand ausrechnen. Anfängern genügen oft einzelne Trainingsetappen von 5 bis 10 km, die meisten Freizeitsportler ziehen beim normalen Training zwischen 10 und 20 km Länge vor und die “Freaks” planen oft Trainingseinheiten von 15 bis 40 km, aber gelegentlich auch 60 oder bis über 100 km ein.
Wer als “Profi” in der Szene auftritt, dem sei es, nur falls er einmal verletzt sein sollte, erlaubt unter 2500 km pro Saison zu fahren, schon allein wegen seiner beruflichen Glaubwürdigkeit.

Gibt es Wettkämpfe im Cross-Skating oder schon einen Verband?

Ja, Wettkämpfe gibt es, wenn auch nicht viele. Um die oft hemmende Bürokratie zu umgehen, werden noch die meistenVeranstaltungen inoffiziell ausgetragen. Man trifft sich dann zu “Trainingswettkämpfen” auf vermessener, aber nicht gesperrter Strecke und fährt eigenverantwortlich um die Wette. Im Rahmen anderer Veranstaltungen, wie Volksläufen, gibt es zunehmend auch einmal eine Cross-Skating Startgruppen. Auch hier gibt es großen Aufholbedarf. Ob dafür ein Verband unbedingt notwendig ist, wird immer noch bezweifelt. Ein Verein der sich schon erhebliche verbandsähnliche Gedanken gemacht hat, ist die Cross-Skating Union in Lingenfeld. Ob ein gezwungenermaßen geründeter Verband dann auch automatisch mehr Erfahrung vorweisen kann als ein erfahrener Verein, mag auch bezweifelt werden. Falls der Cross-Skating Sport aber einer etablierten Sportart “untergeordnet” werden soll oder darf, ohne seine Alleinstellungsmerkmale zu verlieren, muss ebenfalls stark hinterfragt werden, weil er ja beispielsweise eindeutig kein Skisport ist. Und ein ständiger Vergleich mit “stärkeren” Sportarten (Mitgliederzahlen, Finanzen und Einfluss) hat bisher immer zu unangemessenen Anpassungserscheinungen der “schwächeren” Sporarten geführt, die dadurch an Identität eingebüßt haben. Bisher fahren wir wohl am Besten uns ehrenamtlich und nicht-kommerziell gut zu organisieren und sportliche Aspekte, wie Fairness und Sicherheit in den Vordergrund zu stellen. Die vom Cross-Skating Magazin iniziierte Touren Serie und das Magazin selbst an Brennpunkt für Informationen, können ein Anfang sein.

Wenn jetzt noch mehr Sportler “cross” unterwegs sind, ist das nicht umweltschädlich?

Nein, nur bei Leuten, die das so sehen wollen und den wirklichen Tatsachen verschlossen gegenüber stehen. Tatsache ist, wir können mit Cross-Skates gar nicht in tiefes Gelände oder auf sehr weiche Wegen vordringen, wo wir den Boden dann noch mehr “weichtreten” würden. Ein Vorankommen wird so schwierig, dass man frühzeitig einfach nicht mehr weiterfährt, wenn die Böden zu empfindlich werden. Jeder unterdurchschnittlich trainerte Wanderer kann weiter ins Gelände vordringen und selbst er wird kaum Schaden anrichten. Unsere mitteleuropäischen Bergdörfer sind also künftig nicht durch von uns verursachte Erdrutsche bedroht.